Der Tagesspiegel vom 21.04.04

Längere Öffnungszeiten bringen mehr Beschäftigung

Das Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) hat sich für eine weitere Lockerung der Ladenöffnungszeiten ausgesprochen. Dies könne für die Arbeitnehmer von Vorteil sein.
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Halle (21.04.2004, 13:57 Uhr) - «Es gibt kein vernünftiges Argument für eine Restriktion», sagte der Leiter Arbeitsmarkt des Institutes, Herbert Buscher, am Mittwoch in einem Gespräch mit der Deutschen Presse- Agentur (dpa). Man solle jedem Händler die Freiheit lassen, wann er sein Geschäft öffnen will. «Das kann sogar zu mehr Beschäftigung führen», sagte der Experte. Schließlich könne man einen Verkäufer nicht 24 Stunden an die Kasse stellen.

«Auch eine massive Wettbewerbsverzerrung kann ich nicht ausmachen», sagte Buscher. Wenn Service, Ambiente und Beratung stimmen, hätten auch kleinere, selbstständige Unternehmen ihre Chance. Diese würden schnell selbst herausfinden, wann es sich lohnt, die Geschäfte zu öffnen. Die Situation sei mit dem Gaststättengewerbe vergleichbar. «Es gibt Kneipen, die haben bis früh um fünf geöffnet und es gibt Restaurants, die schließen abends um elf, und beide existieren.»

Die von den Gewerkschaften befürchteten Nachteile für die Arbeitnehmer sieht Buscher nicht. «Wenn alles gut organisiert ist, kann das für die Arbeitnehmer sogar von Vorteil sein». Längere Einkaufszeiten sind nach Ansicht von Buscher auch ein Stück bessere Lebensqualität. So habe der Verbraucher zum Beispiel mehr Zeit und Ruhe beim Einkauf.

Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) hatte sich für eine Lockerung des Ladenschlussgesetzes ausgesprochen. Die derzeit geltenden Ausnahmeregelungen zum Beispiel für Badeorte oder die Tage vor Weihnachten seien zu kompliziert. (tso/dpa)

Quelle: http://www.tagesspiegel.de/tso/aktuell/artikel.asp?TextID=37896

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