Die Presse) 22.04.2004 Rund um die Uhr soll den Geschäften in Deutschland unter der Woche das Offenhalten erlaubt sein. ----- Berlin (ag.) In Deutschland will Wirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) im Zuge des geplanten Bürokratieabbaus auch das Ladenschlussgesetz weiter lockern. Bisher gebe es komplizierte bürokratische Sonderregelungen, die nur in Badeorten oder kurz vor Weihnachten den Geschäften erlaubten, auch an Sonntagen zu öffnen, sagte Clement am Mittwoch in der ARD. "Alles das sollte in Deutschland leichter werden - etwas lockerer und etwas weniger von oben gesteuert als von unten geführt."
Nach einem Bericht der "Bild"-Zeitung wird Clement im Kabinett vorschlagen, die Öffnungszeiten an Werktagen komplett freizugeben und die Regelung für Sonn- und Feiertage den Bundesländern zu überlassen.
Das vor knapp einem Jahr gelockerte Ladenschlussgesetz verbietet im Einzelhandel weitgehend den Verkauf an Sonn- und Feiertagen und an den übrigen Wochentagen zwischen 20.00 Uhr und 6.00 Uhr. Nach Einschätzung der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi haben die neuen Öffnungszeiten den Umsatz nicht gesteigert.
Auch im Falle einer weiteren Lockerung des Ladenschlussgesetzes erwartet der Einzelhandel keine rasche Veränderung der Öffnungszeiten. "In Zeiten der Konsumflaute helfen auch längere Öffnungszeiten herzlich wenig", sagte der Sprecher des Einzelhandelsverbandes HDE, Hubertus Pellengahr, am Mittwoch.
Führende Handelsunternehmen haben den Vorstoß von Clement begrüßt. "Davon werden alle profitieren, nicht nur die großen Konzerne. Man sollte jetzt den Mut haben, die Ladenöffnungszeiten von Montag bis Samstag ganz aufzuheben", sagte ein Sprecher von Deutschlands größtem Handelskonzern Metro. Dass Geschäfte auch an Sonntagen geöffnet haben könnten, schlossen die Handelsriesen aus. Dies sei gesellschaftspolitisch nicht durchsetzbar.